Was ist ambulante Pflege?

Die Ambulante Pflege zu Hause bietet Pflegebedürftigen ein Leben in ihrer gewohnten Umgebung. Der Gesetzgeber gewährt dazu zahlreiche Hilfen – von der Zahlung ambulanter Pflegekräfte bis hin zu Hilfen für pflegende Angehörige.

Wer erhält ambulante Pflege?

Pflege erhält jeder, der pflegebedürftig im Sinne des SGB XI (Pflegeversicherungsgesetz) ist und nicht mehr in der Lage ist, sich in seiner Wohnung selbst zu versorgen.

Wer bezahlt die Pflege?

Die Pflegeversicherung übernimmt innerhalb eines festgelegten Rahmens die Pflegekosten, sofern eine Pflegestufe anerkannt wurde.

Was muss ich tun, um Pflegegeld zu erhalten?

Um Pflegegeld zu erhalten muss eine Pflegestufe bei der Pflegekasse beantragt werden. Bei der Antragstellung sind wir Ihnen gerne behilflich.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Um Leistungen bei der Pflegeversicherung zu beantragen, muss die Pflegebedürftigkeit voraussichtlich länger als 6 Monate dauern. Eine Pflegestufe bekommt man anerkannt, wenn täglich Hilfe in mindestens zwei der folgenden Punkte nötig ist:

  • bei der Körperpflege
  • bei der Ernährung
  • bei der Mobilität
  • bei der hauswirtschaftlichen Versorgung

Stufe 1 - erheblich Pflegebedürftig: Hilfebedarf von mindestens zwei der oben genannten Verrichtungen am Tag und einem Pflegeaufwand von wenigstens 90 Minuten pro Tag. Davon müssen mehr als 45 Minuten auf die Grundkörperpflege entfallen.

Stufe 2 - schwerpflegebedürftig: Hilfebedarf bei mindestens drei der oben genannten Verrichtungen am Tag und einem Pflegeaufwand von mind. 4 Stunden. Davon müssen mindestens zwei Stunden pflegerischer Aufwand sein.

Stufe 3 - schwerstpflegebedürftig: Hilfebedarf rund um die Uhr, auch nachts, von mindestens fünf Stunden täglich. Der pflegerische Aufwand muss mindestens vier Stunden betragen.

  • Stufe 1: 450 € monatlich
  • Stufe 2: 1.100 € montalich
  • Stufe 3: 1.550 € monatlich
  • In Härtefällen: 1.918 € monatlich

Wo kann der Antrag auf eine Pflegestufe gestellt werden?

Leistungen aus der Pflegeversicherung können bei der Pflegekasse beantragt werden, diese ist in der Regel ein Zweig ihrer zuständigen Krankenkasse. Der Antrag wird an den MDK - den Medizinischer Dienst der Krankenkassen - weitergeleitet. Dieser prüft bei einem Hausbesuch ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt.

Wer stellt den Antrag?

Der Versicherte bzw. dessen Betreuer. Bei einem Krankenhausaufenthalt ist es ratsam, dass der Versicherte bereits mit dem zuständigen Sozialdienst Kontakt aufnimmt. Dort erhalten Sie Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst und Behördengängen.

Wer kümmert sich um den Pflegebedürftigen, wenn die Pflegeperson selbst krank wird oder Urlaub braucht?

Sie können von der Pflegekasse Zusatzleistungen in Höhe von 1550 € pro Kalenderjahr für eine Verhinderungspflege bekommen. Anspruch auf Verhinderungspflege besteht erst nach sechs Monaten ab Anerkennung der Pflegestufe.

Wird das Pflegegeld bei Inanspruchnahme der Verhinderungspflege gekürzt?

Nein, die Verhinderungspflege ist eine Zusatzleistung, daher wird das Pflegegeld nicht gekürzt.

 Was sind Pflegeberatungseinsätze?

Wenn Sie Pflegegeld (Geldleistungen) beziehen ist es nötig, dass in regelmäßigen Abständen ein Pflegeberatungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI von einer Fachkraft durchgeführt wird. Bei Pflegestufe I und II alle 6 Monate, bei Pflegestufe III alle 3 Monate.